Fit im Herbst: wie kann man Sportverletzungen am besten vorbeugen?

Fit im Herbst: Sportverletzungen vorbeugen

Fit im Herbst: Sportverletzungen vorbeugen
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Es herbstelt: meteorologisch wie kalendarisch. Die Tage verkürzen sich. Die Temperaturen fallen. Im Sporthandel liegt schon Schnee. Der Race-Carver landet im Einkaufskorb. Der Lieblings-Hang bildet den ersten weißen Teppich… Oh weh! Kreuzband links. Gerissen. Leider kommt das Szenario von Sportverletzungen häufig vor.

Unfälle beim Skifahren führen besonders zu Verletzungen der unteren Extremitäten (48 Prozent). Laut Experten sind Bänderrisse und Meniskusverletzungen im Knie nach wie vor am häufigsten. Beim Snowboarden sind vor allem Verletzungen der oberen Extremitäten (54 Prozent) zu beobachten: Verstärkt treten gebrochene Arme und Rippen, Ski-Daumen, ausgekugelte Schultergelenke sowie Prellungen am Rumpf auch bei Skifahrern auf. Wie kann man also fit im Herbst bleiben?

Verletzungen im Herbst

Verletzungen im Herbst

Am Anfang steht der sportmedizinische Check

Zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung gesellt sich der sportphysiologische Check. Im Idealfall bei jedem Sportler. Vom Biathlon-Profi über den Tennis-Landesliga-Spieler bis zum Ausgleichs-Sportler. Die Spiro-Ergometrie umfasst Leistungsdiagnostik, Lungen-Untersuchung, Blutuntersuchung und EKG. Sie ist die einzige Methode, die eine schwere Erkrankung ausschließen kann. Gleichzeitig ist sie Grundlage für gezieltes und sinnvolles Training.

Die Grundlage der Grundlage ist die Grundlage

„The business of business is business“, wusste Milton Friedmann. Genauso verhält es sich mit der Grundlagen-Ausdauer. Sie ist der Ausgangspunkt jeder erfolgreichen sportlichen Aktivität. Ohne guter Basis wird Sport nicht nur zur Qual, sondern auch zur Gefahr. Einmal mit den Kollegen die Wildspitze erklimmen, für den „gstandenen“ Tiroler ein Muss, endet vielleicht tödlich: mit einem Herzinfarkt. Der untrainierte Oberschenkel bekommt nach den ersten Skitagen hoffentlich nur einen Muskelkater. Oft kann er seinen kongenialen Partner, das Knie, nicht stabilisieren. Sportverletzungen, Luxationen und Bänderrisse, sind dann Realität statt Piz Buin im Steilhang.

Wandern im Herbst

Der Herbst ist die perfekte Jahreszeit, um seine Grundlagenausdauer zu trainieren

Lasst das Training beginnen

Der Körper ist nachweislich gesund und auch für Belastungen bereit. Doch bevor das Training beginnt, lohnt der Weg ins Fitnessstudio und die Beratung einer Fachkraft. Dieser zeigt in ein bis zwei Stunden Sportart spezifische Übungen, die zuhause gemacht die persönliche Fitness verbessern. Hier gilt eine geniale Faustregel: Regelmäßigkeit. Ein paar Übungen hier und ein paar Übungen dort bringen mehr als sich nur alle heiligen Zeiten voll auszupowern. Ein unerlässlicher Erfolgsfaktor des Trainings sind Ruhephasen. In der Ruhe sammelt der Körper Kraft und verarbeitet seine Trainingseinheiten.

Der Rumpf ist Trumpf

Die Rumpf-Stabilität bildet die Basis für jede Sportart. Ein instabiler Rumpf führt zu unnatürlichen Ausgleichsbewegungen und verschiebt Belastungen direkt auf Gelenke. De facto wird die Rumpf-Stabilität unterschätzt und nicht trainiert: aus Unwissenheit und Mangel an Popularität. Ein großer Bizeps macht optisch im Spiegel mehr her, aber niemals eine bessere Figur. Wenn man sich an die anfänglich unorthodoxen Übungen wie seitliche Liegestütz und Planking gewöhnt, fallen die ebenfalls Rumpf stabilisierenden Sit-ups und Liegestütze leicht. Und auch der Bizeps kommt nicht zu kurz.

 

Vorsprung dankt Technik

Der Tennisellbogen mit seiner Rückhand. Die Adduktoren-Zerrung mit ihrem Skating-Schritt. Falsch eingelernte Bewegungsmuster sind Nährboden für Verletzungen. Auch hier ist der Gang zum Experten das Richtige. Der Skilehrer kennt den Carving-Schwung, der Langlauf-Trainer beherrscht den klassischen Stil und der Tennis-Instruktor zeigt den perfekten Aufschlag. Mit sauberer Technik bleibt der Sport nicht nur Leidenschaft, sondern auch lebenslanger Begleiter.

Sportverletzungen vorbeugen: Fazit

Das Bike bleibt im Keller, die Ski liegen seit Wochen beim Service bis der erste Schnee endlich kommt. Herbstliche Lethargie war gestern. Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um sich sportlich neu auszurichten. Nach sportmedizinischer Untersuchung beginnt der Fitness-Aufbau mit Training der Grundlagenausdauer. Sportart spezifische Übungen, gezeigt von Profis, und regelmäßige Einheiten integrieren sich leicht und schnell in den Alltag. Regelmäßiges Training und Rumpf-Stabilität bleiben Trumpf, um Gelenke und Muskeln auf die Belastungen des Wintersports vorzubereiten.