Verletzungsfrei Skifahren: 7 Tipps die wirken

Verletzungsfrei Skifahren: 7 Tipps die wirken
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Das Kitzbühel-Wochenende ist Geschichte. Ein weiteres Mal hat die wohl berühmteste Abfahrt des Alpinen Skiweltcups einen Sieger gefunden, aber auch Fahrer abgeworfen. Unter den diesjährigen Gestürzten finden sich prominente Namen wie Aksel Lund Svindal, Georg Streitberger oder Hannes Reichelt. Für Svindal und Streitberger ist die Saison, dank zweier Kreuzbandrisse, sogar vorzeitig beendet.

Doch nicht nur im Profi-Sport passieren immer wieder schwere Verletzungen. Auch im Hobby-Bereich zählt Skifahren zu den risikoreicheren Sportarten. Damit das Erlebnis aber ein wahrer Genuss bleibt und nichts mit Verletzungen zu tun hat, haben wir für euch „7 Tipps für “ zusammengesucht. So macht Skifahren Spaß und Freude.

1. Mach‘ es wie die Profis

Wer kennt das nicht? Vor jedem Sport, egal ob Tennis, Fußball oder Skifahren, irgendjemand erinnert einen immer daran: „Aufwärmen nicht vergessen!“ Was lästig klingt, macht aber durchaus Sinn. Gerade beim Skifahren, wenn die Temperaturen um den Nullpunkt liegen, ist Aufwärmen dringend nötig. Wie das am einfachsten geht? Am Parkplatz, gleich nach dem Umziehen und Ski aus dem Auto holen, einfach mit den Armen rudern, mit der Hüfte kreisen und Kniebeugen machen. Dabei schaut man nicht nur unglaublich motiviert und professionell aus (fast wie die Skistars beim Warten vor dem Starthaus), sondern tut seinem Körper etwas Gutes. Die einzelnen Muskeln kommen so auf Betriebstemperatur und den ersten Schwüngen steht nichts mehr im Weg.

2. Die Ski-Saison beginnt im Sommer

Auf den ersten Blick klingt diese Aussage vielleicht etwas komisch – die Ski-Saison beginnt im Sommer? – aber sie stimmt. Wer Skifahren will, sobald der erste Schnee fällt, der sollte sich bereits im Sommer darauf vorbereiten. (machen die Skistars ja genau gleich) Der Skisport beansprucht den gesamten Körper. Es ist also durchaus ratsam nicht völlig untrainiert auf die Piste zu gehen. Wer es schlau angeht, der nutzt die warmen Temperaturen und die vielen Sonnenstunden im Sommer und beginnt schon hier mit gezieltem Aufbautraining. Dafür braucht es nicht viel – übertreiben muss man ja auch nicht. Lockeres Ausdauertraining und ab und zu ein paar Liegestütze, Crunches, Kniebeugen oder ein ausgedehnter Spaziergang tun es auch. Wichtig: Nicht nur auf Maximalbelastung (große Muskeln), sondern auch auf die Ausdauer achten. Positiver Nebeneffekt: Muskeln schützen Knochen, Sehnen und Bänder!

3. Dem eigenen Körper zuhören und auf ihn vertrauen

Unser Körper weiß es in den meisten Fällen besser. Während der durchschnittliche Hobby-Sportler dazu neigt ehrgeizig zu sein und sich selbst manchmal zu überschätzen, macht unser Körper das genaue Gegenteil. Er gibt frühzeitig Signale und zeigt seinem Besitzer deutlich – mir gehen die Kräfte aus! Auch wenn die Ski-Karte teuer war und man sie unbedingt bis zur letzten Fahrt ausnutzen möchte – am Nachmittag passieren die meisten Unfälle. Sobald die Kräfte schwinden, lässt auch die Konzentration nach. Eisige stellen, Bodenwellen oder andere Skifahrer werden dann gerne übersehen. Es lohnt sich deshalb, lieber ein paar Pausen mehr einzulegen und nur Pisten zu fahren die man sich auch selbst zutraut. Wer auf seinen Körper achtet und die Signale nicht ignoriert, der verlässt die Piste bestimmt gesund, munter und fröhlich.

4. Wer früher schlafen geht, ist länger auf der Piste

Wer einen Winterurlaub bucht, der möchte oft nicht nur die Pisten unsicher machen, sondern auch abends das Stadt und Land erkunden. Gerade in Tirol gehört das Nightlife, das gemütliche Beisammensitzen und die gepflegte Party einfach mit dazu. Beim berühmten Aprés-Ski kann es schon einmal länger dauern. Zu bekannten Hits lässt es sich eben gut aushalten. Wer am nächsten Tag aber volles Skivergnügen genießen möchte, der sollte vielleicht auf die letzte Runde Jagertee verzichten und lieber ein wenig früher ins Bett gehen. Es wäre doch schade, wenn der Kater einem den kompletten nächsten Tag versaut. Während der Körper mit dem Abbau des Alkohols und dem Schlafentzug beschäftigt ist, passieren oft Missgeschicke, die unangenehm ausgehen können. Lustig haben kann man es aber natürlich trotzdem – keine Frage!

5. Gutes Essen

Ja, auch gutes Essen hat etwas mit dem Skifahren zu tun. Unsere Ernährung beeinflusst unsere Konzentration und die braucht man, wenn man die Pisten nach unten gleitet. Beim Frühstück sollte man darauf achten möglichst kohlenhydratreich, aber leicht Verdauliches zu essen. Vollkorn-Produkte, Müsli, Obst und Brot empfehlen sich hier. Im Idealfall isst man zwei Stunden vor der ersten Abfahrt. Mittags heißt es „schnell Kraft zuführen und den Körper nicht allzu sehr belasten.“ Müsliriegel, ein Vollkornbrot, Studentenfutter oder eine Banane schenken schnell Kraft, liegen aber nicht schwer im Magen. Das Abendessen darf dann ruhig ganz im Zeichen des Genusses stehen: kohlenhydratreich, Gemüse, Fisch oder Fleisch – was das Herz begehrt ist hier erlaubt. Sogar ein gutes Glas Wein. Oder zwei.

6. Verhalten auf der Piste

Viele Unfälle passieren durch Zusammenstöße. Diese geschehen oft durch das Missachten von Pistenregeln oder das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten. Es ist keine Schande, wenn man nach zwei Tagen nicht gleich fährt wie Marcel Hirscher. Ganz im Gegenteil. Viel beeindruckender ist es, wenn jemand seinen Fahrkünsten entsprechend fährt. Lieber einmal runter vom Gas und engere Schwünge, als in die Abfahrtshocke gehen. Gerade bei Passagen, bei denen zwei Pisten zusammenführen, sollte man besonders Achtgeben, kurz anhalten und genau schauen. Auch in Stoßzeiten, wenn sich viele Menschen auf den Pisten drängen, ist besondere Achtsamkeit ratsam.

7. Nicht teuer, aber gut und richtig

Die richtige Ausrüstung ist beim Skifahren ein entscheidender Faktor. Wer hier spart oder schlampt, der bezahlt später mit Beulen, Dellen, geschwollenen Füßen und Schmerzen. Gerade bei den Skischuhen empfiehlt es sich genau hinzusehen und nicht die Erstbesten zu kaufen. Ein Skischuh darf weder zu weit, noch zu eng sein. Wer zu weiche Skischuhe kauft, hat später bei schnelleren Abfahrten Probleme.

Die Skier selbst sollten dem Können des Fahrers angepasst sein. Vom Anfänger bis zum Halbprofi – für jeden gibt es den richtigen Ski. Die Bindung sollte vor jeder Saison neu eingerichtet werden. Wenn sich der Ski bei einem möglichen Sturz nicht löst, kann das verheerende Folgen haben. Mittlerweile gehören auch Helme zum Skifahren einfach mit dazu. Nicht vergessen: Nach einem Sturz unbedingt kontrollieren lassen! Beim Kauf der Skibrille empfiehlt es sich darauf zu achten, dass auch ein oranges Glas dabei ist. Vor allem bei schlechter Sicht, sorgt ein oranges oder rotes Glas für höhere Kontraste und den besseren Durchblick.

Trotz vieler Regeln, beim Skifahren zählt vor allem eines: Wer es mit Spaß und Freude angeht und dabei ein wenig auf seinen Körper hört, dem kann nicht viel passieren. In diesem Sinne. Der Berg ruft…